Grabpflege

 

Die Grabstellen - in vielen Fällen das einzige, was von den vertriebenen Familien im Memelland erhalten blieb.  Über lange Jahrzehnte war uns die Möglichkeit genommen, die alte Heimat zu besuchen.  Die Friedhöfe als letzte Ruhestätte der lieben Verwandten und Vorfahren waren dadurch oft der Verwilderung ausgesetzt.  

Aus den zahlreichen Einsendungen an das Memeler Dampfboot hier einige Friedhöfe, die in Würde gepflegt und so vor dem Vergessen bewahrt wird.

 

Augsgirren

Herr Dauskardt empfing eine Nachricht:  "... dass der zuständige litauische Förster veranlasst hat, dass die Anlage neu gestaltet und würdig hergerichtet wird."

Bittehnen

"...In dieser herrlichen Landschaft befindet sich in Bittehnen ein kleiner, sehr gepflegter Friedhof...."

Heydekrug

"...Der alte evangelische Friedhof in Heydekrug soll in einen Park umgewandelt werden.  Nach Besprechungen mit der Stadtverwaltung, dem Kulturamt der Stadt sowie mit Hilfe der Direktorin des Museums und Lehrern des 1. Gymnasiums bekamen wir die Erlaubnis, einen Gedenkstein aufzustellen.  Hierzu bot sich der einzige noch erhaltene Grabstein an, der sonst der späteren Räumung zum Opfer gefallen wäre...."

Kspl. Koadjuthen

Vom Ortsausgang Koadjuthens Richtung Medischkehmen:  "...nur mit Hilfe von Heinrich Bredies finden wir die Reste des deutschen Friedhofs.  Dieser ist von allen besuchten im schlechtesten Zustand.  Erkennbar sind nur jeweils zwei sich gegenüber stehende, gemauerte Pfosten, welche einstmals die Tore getragen haben mögen.  Rätselhaft bleibt auch, warum es offenbar zwei Friedhöfe nebeneinander, jedoch mit separaten Zugängen gegeben hat.  Alles ist mit Buschwerk und Bäumen bewachsen, kein einziger Stein auffind- bzw. lesbar.  Enttäuscht verlassen wir die vergessene Stätte..."

Richtung Nattkischken:  "...liegt ein besser zugänglicher Friedhof, welcher Jurge-Kandscheit zugehörig gewesen sein könnte."

Nattkischken

"...Wir sahen, dass im Jahr zuvor der Friedhof einigermaßen begehbar gemacht worden war.  Doch eine kniehohe Begrünung war nachgewachsen, Vertiefungen und Grabhügel sah man nicht gleich....  Eine freundliche Nattkischkerin pflegt das Grab [meiner Mutter], und auch etliche andere Gräber haben noch Pfleger im Ort."

Neusaß-Sköries

"...Der Friedhof in Neusaß-Sköries (Auritten) ... war in einem fürchterlichen Zustand.  Alles war verwildert und erinnerte nicht mehr an einen Friedhof."

Schwarzort

"...Man hatte uns erzählt, dass litauische Frauen die Grabsteine, die kreuz und quer durcheinander gelegen hätten, wieder aufgestellt haben..."

 

Diese Ausschnitte wurden vom Memeler Dampfboot  (Nr. 11 - November 2000) übernommen.